Weiter, gerader, besser

Ist Golf Sport? Nein, wir erzählen jetzt keinen typischen Golferwitz.

Statt dessen ein paar Fakten: Der Mensch hat 656 Muskeln. Um einen einzigen Golfschwung auszuführen,  müssen 125 Muskeln in Sekundenbruchteilen genau aufeinander abgestimmt explosionsartig reagieren. Golf ist damit, ähnlich wie Stabhochsprung, eine der komplexesten Sportarten überhaupt und verlangt ein Höchstmaß an Koordination. Aber auch die anderen vier sportmotorischen Grundfähigkeiten – neben der Koordination sind das Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit – werden stark gefordert.   Bei einer Golfrunde über 18 Löcher, von Nicht-Golfern oft als Spaziergang mit Stöcken verlacht, verbrennt der Körper rund 1200 Kilokalorien, also weit mehr als in einer Stunde Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Okay, dafür dauert so eine Runde auch vier bis fünf Stunden …   Doch trotz der unbestreitbaren sportlichen Leistung kommt das Anti-Sport-Image des Golfens nicht von ungefähr. Viele Golfer trainieren zwar ab und an auf der Drivingrange ihre Technik, aber das war es dann in der Regel auch. Ein Fehler!   Der Rumpf, der beim Golfschwung zwei gegenläufige und explosionsartige Drehbewegungen meistern muss, ist gerade bei Menschen jenseits der 30 oft nur schwach trainiert. Und das führt schnell zu Frust und Verletzungen. Damit der Rumpf aber nicht zum Handicap wird, bieten sich gerade die golffreien Wintermonate für ein gezieltes Fitnesstraining an. Schwerpunkt sollte dabei die Kräftigung der Bauch-, Rücken-, Schulter- und Schultergürtelmuskulatur sein.   Außerdem sollten Golfer auch ihre Ausdauer trainieren, damit ihnen auf einer rund zehn Kilometer langen Golfrunde nicht die Luft ausgeht. Hinzu kommen Dehnübungen, um die Beweglichkeit zu erhalten und sich vor Verletzungen zu schützen.   Wer so in der golffreien Zeit überwintert, wird sich im nächsten Frühjahr ein bisschen wie Tiger Woods fühlen. Denn plötzlich fliegen die eigenen Bälle weiter als sonst. Doch was noch entscheidender ist: Das größere Kraftpotenzial sorgt auch für eine geringere Verkrampfung. Und nur wer locker schlägt, schlägt auch gerade.
Weiter, gerader, besser
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