Muskelkater? Na und!

Die erste Stunde Krafttraining ist gelaufen und am Tag drauf ist nichts mehr wie es mal war.

Die Muskeln sind steif, schlapp und schmerzen. Man geht wie auf Eiern und würde am liebsten zum Rollator greifen. Muskelkater kann heftig sein!


Wie und warum ein Muskelkater entsteht, dafür hat die Wissenschaft noch immer keine finale Erklärung. Früher ging man davon aus, dass der Muskel durch die Beanspruchung übersäuert, also ein hoher Laktatwert den Schmerz auslöst. Doch dies gilt mittlerweile als widerlegt. Dem aktuellen Kenntnisstand zufolge erklärt man den Muskelkater dadurch, dass der überbeanspruchte Muskel mit sogenannten Mikrorissen reagiert. Der Körper setzt daraufhin seine Reparaturmechanismen in Gang, um diese Mikrofaserrisse vollständig und ohne Narben zu heilen. Dabei wird die betroffene Region stark durchblutet und Anpassungsmechanismen an das Training in Gang gesetzt.


Der Körper repariert den Muskel also nicht nur, sondern baut ihn auf, damit er anschließend ein höheres Leistungsniveau erreichen kann. Schon nach kurzer Zeit ist der Muskel so trainiert, dass er auf die gleiche Belastung nur noch mit einem leichten Muskelkater reagiert und nach dem dritten Impuls meistert er die höhere Belastung meist ohne spürbare Folgen.
Aber auch beim Muskelkater gilt: Alles mit Maß! Gutes Training besteht immer aus Be-lastung und Ent-lastung. Jetzt einfach die Zähne zusammen zu beißen und weiter hart zu trainieren, wäre kontraproduktiv und könnte sogar zu ernsthaften Verletzungen führen. Der Muskel braucht eine Regenerationsphase. Leichtes und moderates Training ist also gut, harte und intensive Einheiten in dieser Phase eher schlecht.


Der Körper verfügt nämlich über Selbstheilungskräfte und sorgt durch die Durchblutung des Muskels für Heilung. Eine begleitende und richtig angewendete Massage kann ebenfalls Sinn machen, weil dadurch das Gewebe locker und weich, die Durchblutung zusätzlich gefördert und obendrein das für die Muskelversorgung verantwortliche Nervensystem angeregt wird. Ausgiebige Dehnübungen sollte man in der ersten Woche aber unterlassen, damit der Muskel nicht zusätzlich zu stark belastet wird.


Gegen einen Saunagang ist nichts zu sagen. Wärme lindert die Schmerzen. Ob es allerdings die Regeneration beschleunigt, gilt eher als unwahrscheinlich.


Fest steht aber: Der Muskelkater ist besser als sein Ruf. Und gegen einen Muskelkater hilft eigentlich nur eines: Einen Muskelkater bekommen. Sprich: Training, Training, Training.

Muskelkater? Na und!
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